2023 – Gründung unseres Vereins Kollektiv solidarische Gesundheit e.V.
Bei uns sind Menschen aktiv, die sich beruflich, persönlich und politisch mit den Themen Gesundheit und Gesundheitsversorgung beschäftigen.
Wir sind dabei mit den Ungleichheiten und Ungerechtigkeiten der aktuellen Gesundheitsversorgung konfrontiert. Auch zahlreiche Studien belegen den Zusammenhang zwischen dem Gesundheitszustand von Menschen und sozialer Ungleichheit.
Die Verhältnisse, in denen wir leben, arbeiten, wohnen und unsere Freizeit verbringen, haben eine ausschlaggebenden Wirkung auf unsere Gesundheit. Politische und soziale Faktoren wie
geringes Einkommen, Mietsteigerungen, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Rassismus oder Altersarmut beeinflussen die Gesundheit nachweislich stärker als das individuelle Verhalten oder die Qualität der medizinischen Versorgung alleine.
Die Poliklinik Veddel (Hamburg) zeigt in dem Video, welche Bedingungen und Faktoren für Gesundheit wichtig sind:
Gesundheit ist also keine individuelle Ressource, deren Erhaltung allein von der eigenen Verantwortung oder einem gesundheitsfördernden Verhalten, sondern von politischen und sozialen Faktoren, sogenannten „sozialen Determinanten von Gesundheit“ abhängt.
Eine angemessene Gesundheitsversorgung muss neben medizinischen Angeboten auch diesen Zusammenhang berücksichtigen. Dies geschieht in unserem Gesundheitssystem aktuell nur unzureichend.
Wir wollen mit dem Stadtteilgesundheitszentrum einen Ort schaffen, in dem gesundheitlicher Ungleichheit entgegengewirkt wird und die grundlegenden Ursachen von Erkrankungen adressiert und verändert werden können.
In unserer Arbeit möchten wir auf Basisdemokratie, Hierarchiearmut, Beteiligung und kollektive Lösungsstrategien setzen.
Wir wollen zunächst in Nürnberg mit bestehenden Stadtteilstrukturen und Akteur*innen die Idee eines Stadtteilgesundheitszentrums konkretisieren und im nächsten Schritt in einem ausgewählten Stadtteil einen Raum schaffen, in dem das Projekt wachsen und Ansätze entwickelt und nach und nach verwirklicht werden können.
Das Stadtteilgesundheitszentrum soll von Ideen aus dem Stadtteil leben, ein gemeinsamer Lernort sein und einen Raum zum Treffen und Austauschen bieten.
